Hund on Tour - Dummy


Die Dummyarbeit stammt ursprünglich aus England, sie wurde und wird dort genutzt, um es den Jägern und ihren Hunden zu ermöglichen, auch außerhalb der Niederwild-Jagdsaison, den hohen Leistungsstand der Hunde zu erhalten, ohne dabei viel Wild verbrauchen zu müssen. Das Dummy dient dabei also als Wildersatz. Mittlerweile hat sich aus dieser Jagdersatzbeschäftigung ein richtiger Hundesport entwickelt.


Da dieser Sport eine der besten Möglichkeiten ist, den Hund in seiner ursprünglichen Bestimmung als Jagdhund rassegerecht zu beschäftigen und auch auszulasten. Die sportlichen Wettkämpfe die hierzu stattfinden orientieren sich dabei immer noch eng an der Jagd und es wird versucht die Aufgaben möglichst den vielfältigen Situationen einer Niederwildjagd anzupassen. Es ist auch eine sehr gute Möglichkeit jungen Hunden das apportieren beizubringen und sie einzuarbeiten um sie so auf ihre zukünftige Aufgabe als Jagdgebrauchshund vorzubereiten.


Die Dummyarbeit stellt an den Hund ein sehr hohes Maß an Gehorsam, Führigkeit und Arbeitswille. Hund und Mensch müssen hierbei zu einem harmonisches, gut aufeinander eingespielten Team werden, was dem Hund-Mensch Gespann auch im Alltag sehr zugute kommt.


Dummys gibt es mittlerweile in allen möglichen Farben, Formen und Variationen, wobei bei sportlichen Wettkämpfen immer ein grünes 500g Standarddummy verwendet wird. Dieses gibt es aber auch schon mit 200g für Welpen, bis hinauf zu mehreren Kilogramm um das Apportieren schweren Wildes zu simulieren. Des Weiteren gibt es Fell- und Federdummys, Wasserdummys und noch vieles mehr um Hunde für die Jagd einzuarbeiten, oder einfach rassegerecht zu beschäftigen.

 


Warum das Ganze ?

Um diese Frage zu beantworten sollten wir einen kleinen Rückblick halten.

Seit vielen Jahrzehnten ist der Hund ein treuer Begleiter des Menschen und er sich  hat die angeborenen Fähigkeiten zu Nutze gemacht. Durch Züchtung hat man diese verfeinert und sich Spezialisten für viele Aufgaben herangezogen. Da sind die Hütehunde, die Schutzhunde, die Rettungshunde, die Begleithunde und nicht zu vergessen, die Jagdhunde.  Selbst hier gibt es wiederum „Spezialkräfte“. Nehmen wir die Rettungshunde, da gibt es die Lawinenhunde, die Trümmerhunde oder auch die Suchhunde die auch noch nach Tagen in der Lage sind eine Fährte aufzunehmen und erfolgreich den Vermissten finden. Die älteste Gruppe jedoch sind die Jagdhunde. Alleine in dieser Gruppe gibt es vom JHGV (Jagdgebrauchshundeverband) sieben anerkannte Jagdhunden, die sich wie folgt einteilen:

 

Vorstehhunde: Sie ist die größte Gruppe in der sich Pointer, Setter,  Weimaraner und viele andere  Hunde wiederfinden wie der sehr geschätzte Münsterländer.   

 

Stöberhunde: In dieser recht kleinen Gruppe sind die Spaniel und Wachtel vereint.

 

Schweißhunde: Auch diese Gruppe ist sehr klein in der wir die Hannoverschen- und Bayrischen Schweißhunde finden.

 

Erdhunde: Hier sind die Terrier zusammengefasst wie der Foxterrier oder aber auch der Deutsche Jagdterrier.

 

Laiki: In dieser Gruppe sind osteuropäische Jagdhunde zusammengefasst, die eine sehr selbstständige Arbeitsweise haben.

 

Jagende Hunde:  Angesiedelt sind hier unsere beliebten Beagle, sowie die English Foxhound (Meute Hund) die vorwiegend zur Fuchsjagd eingesetzt  werden.

 

 

Apportierhunde:      Wer kennt sie nicht den Goldenen Retriever oder den  Labrador. Diese Gruppe vereint alle Retriever Rassen. Es sind die Hunde für „Nach dem Schuss“. Das heißt diese Hunde sind geeignet, die Beute so unversehrt wie möglich dem Jäger zuzuführen. Egal wo sich das Wild  befindet, im Wasser oder zu Lande. 

 

In vielen unserer Haushalte leben diese Spezialisten als des Menschen bester Freund . Stellen wir uns aber einmal die Frage, handeln wir als Mensch auch so, wie es dem besten Freund  gebührt?  Wasser und Futter alleine reichen nicht. Er braucht Familienanschluss, eine konsequente Erziehung und mehr als nur Gassi gehen. Eine dem Hund angemessene und artgerechte Beschäftigung ist unerlässlich. Was verstehen wir nun unter angemessen? Physische und psychische Arbeit sollten in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Für die Physische Auslastung sorgen wir Menschen ja noch, wie zum Beispiel  mit joggen, ausgedehnte Sparziergänge, oder einfach nur spielen. Aber was ist mit der Kopfarbeit. Sie kommt häufig zu kurz. Hier bieten Agillity, Dogdance, Clickertrainig und die Dummyarbeit tolle Möglichkeiten den Hund sinnvoll zu beschäftigen.

 

Doch nicht nur die sinnvolle Beschäftigung der Hunde, in unseren Kursen, steht im Vordergrund. Auch eine soziale Komponente kommt hinzu. Denn hier finden sich Menschen zusammen mit gleichen Interessen. Sie tauschen sich aus und es geht nicht immer nur um den Hund. Oft entwickelt sich daraus eine Gemeinschaft, die über Jahre hält, die über den eigentlichen Kurs hinausgeht.

 

Somit beantwortet sich die Frage nach dem Warum von alleine. Wir Menschen stehen gegenüber unseren Hunden in der Pflicht ihnen ein artgerechtes Leben zu ermöglichen. Und es ist nicht schwer, denn unsere Hunde sind „will to please“. Soll heißen, der Hund ist bemüht, seinem Besitzer Freude zu bereiten und arbeitet gerne mit ihm zusammen.

Nutzen wir die Möglichkeiten.

Vertraut euren Hunden dass sie das machen, was ihr möchtet

erwartet aber nicht, dass sie es gleich  perfekt ausführen.

Wenn eine Übung einmal nicht so gut, oder gar nicht funktioniert,

überlegt, ob der Hund verstanden hat, was ihr von ihm wollt.

Geduld ist eine Tugend, daran sollten wir immer denken.